Der Ort Nitzow wurde (als alt- bis jungslawische Siedlung) in der Stiftungsurkunde des Havelberger Bistums 948 erstmals urkundlich als civitas Nizem erwähnt. (Civitas steht im 10. und 11. Jh. für eine Burg mit Burgbezirk, im 12. Jh. für einen Ort mit Stadtrecht). Die Burg Nitzow wurde in dieser Urkunde von König Otto I. dem neu gegründeten Bistum übereignet. Auch 1150 wird Nitzow noch civitas genannt, verliert aber dann an der Seite Havelbergs an Bedeutung. Die Burg wurde wahrscheinlich im 13. Jahrhundert aufgegeben.
Die Nitzower Dorfkirche stammt aus der Zeit um 1300. Vom ursprünglichen Bau ist noch der breite, rechteckige Westturm erhalten, der aus Feldstein und Backstein errichtet wurde. Das spätgotische Langhaus wurde im 15. Jahrhundert erbaut und war ursprünglich überwölbt. Wahrscheinlich ist das Gewölbe im 30jährigen Krieg zerstört worden. Es wurde durch eine Balkendecke ersetzt. Ungewöhnlich ist, dass der überwölbte Chor mit 5/8-Schluss nicht mittig angeordnet ist, sondern eine Flucht mit der Südmauer des Schiffes bildet. Der Nitzower Altar (niederdeutsche Spätrenaissance) stammt aus dem 17. Jahrhundert und wurde zusammen mit der 1607 erbauten Kanzel 1958 restauriert, die Bilder wurden 2004 erneut restauriert. Auf dem Altar ist das letzte Abendmahl Jesu dargestellt. Der auf einer achteckigen Stütze stehende Kanzelkorb zeigt in seinen Füllungen Christus und die vier Evangelisten.
Nitzow - Vorderansicht der Kirche

Nitzow – Vorderansicht der Kirche

Nitzow - Rückansicht der Kirche

Nitzow – Rückansicht der Kirche

 

Nitzow - Altar der Kirche

Nitzow – Altar der Kirche

 

Nitzow - Winterkirche

Nitzow – Winterkirche

Die Turmgiebel und der Ostgiebel des Langhauses wurden Ende 19. Jh. erneuert, ebenso die Türen und das Gestühl. Die Orgel (ebenfalls 19. Jh.) wurde wegen starker Beschädigungen in den 70er Jahren des 20. Jh. entfernt. Seit Weihnachten 2002 erklingt zu den Gottesdiensten und Konzerten eine digitale Orgel.

Das Kirchendach wurde 1990 erneuert. Eine weitere umfangreiche Sanierung konnte besonders in den Jahren 1997 und 1998 durchgeführt werden. Ermöglicht wurde das durch Mithilfe der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und der Lotto-Toto GmbH sowie Mittel des Dorferneuerungsprogramms und kirchliche Mittel. Seit 1999 wird die Turmuhr funkgesteuert. Die vier Glocken (eine von 1410 und drei von 1965) werden seit 2000 per Automatik geläutet.

Die Pfarrstelle Nitzow wurde (wie ca. 50 % der Pfarrstellen in den östlichen Landeskirchen nach der Wiedervereinigung) 1995 aufgelöst. Die Gemeinden Quitzöbel, Lennewitz, Legde-Roddan und Abbendorf werden jetzt von Rühstädt aus pfarramtlich verwaltet. Nitzow selbst gehört nun zum Pfarrsprengel Havelberg, hat aber einen eigenen Gemeindekirchenrat und eigenen Haushalt

Da das Nitzower Pfarrhaus 2001 verkauft wurde, hat sich die Kirchengemeinde unter der Empore eine zweckdienliche und einladende Winterkirche mit kleiner Teeküche und Sanitärbereich eingerichtet. In der Nitzower Dorfkirche finden regelmäßig Gottesdienste und Gemeindenachmittage statt. Guten Zuspruch finden alljährlich Konzerte von Klassik über Chorgesang bis hin zu irischen Bands. Am ersten Adventssonntag ist die Kirche Mittelpunkt für den kleinen Weihnachtsmarkt.

16.10.2011 - Abschiedsgottesdienst für Gabi und Thomas Krispin in Nitzow - Die Dorfkirche in Nitzow war bis auf den letzten Platz gefüllt. Die Worte von Pfarrer Krispin zu Abschied und Neubeginn, Offenheit, Ehrlichkeit, Liebe, Geduld, Frieden sowie Sehnsucht nach Gottes Wort berührten viele. Die Havelberger Kantorei unter Leitung von Kantor Mike Nych sorgte für die gelungene musikalische Umrahmung. Ihr Können als Solisten zeigten Mike Nych (Orgel) und Judith Tetzlaff (Querflöte). Rotraud Stock (Gemeindekirchenrat Nitzow) dankte Pfarrer Krispin insbesondere für seine Aktivitäten zum Erhalt der Dorfkirche. Sabine Jahnke und Jutta Hubeny (Gemeindekirchenrat Havelberg) dankten zum Abschluß des Gottesdienstes Pfarrer Krispin für seine Arbeit. Bei der anschließenden Kaffeetafel im Nitzower Dorfkrug gab es noch viele Dankesworte von Freunden und Wegbegleitern für die Arbeit von Gabi und Thomas Krispin.

16.10.2011 – Abschiedsgottesdienst für Gabi und Thomas Krispin in Nitzow – Die Dorfkirche in Nitzow war bis auf den letzten Platz gefüllt. Die Worte von Pfarrer Krispin zu Abschied und Neubeginn, Offenheit, Ehrlichkeit, Liebe, Geduld, Frieden sowie Sehnsucht nach Gottes Wort berührten viele. Die Havelberger Kantorei unter Leitung von Kantor Mike Nych sorgte für die gelungene musikalische Umrahmung. Ihr Können als Solisten zeigten Mike Nych (Orgel) und Judith Tetzlaff (Querflöte). Rotraud Stock (Gemeindekirchenrat Nitzow) dankte Pfarrer Krispin insbesondere für seine Aktivitäten zum Erhalt der Dorfkirche. Sabine Jahnke und Jutta Hubeny (Gemeindekirchenrat Havelberg) dankten zum Abschluß des Gottesdienstes Pfarrer Krispin für seine Arbeit. Bei der anschließenden Kaffeetafel im Nitzower Dorfkrug gab es noch viele Dankesworte von Freunden und Wegbegleitern für die Arbeit von Gabi und Thomas Krispin.

 

2015 Impressionen aus Nitzow

Fotos: Alf Kohlhaus